Bauherrschaft Öffentlich Status Abgeschlossen Kompetenzen Architektur-und-Tragwerk Gebäudetechnik
Referenz

Dienstleistungsgebäude Tägerhard Kies AG

Im Zuge eines Ersatzneubaus für das veraltete Betonwerk in Wettingen wurde ein energieeffizientes und ressourcenschonendes Gesamtkonzept realisiert, das baurechtliche, technische und ökologische Herausforderungen am Standort in der Kiesgrube erfolgreich bewältigte. Die neue Anlage verfügt über eine Pelletheizung, ein umfassendes Recycling- und Wassermanagementsystem sowie eine computergesteuerte Mischtechnik mit hoher Produktionskapazität.

Bauherrschaft

Tägerhard Kies AG

Unsere Leistungen

Gesamtleitung und Generalplanerleistungen, Phasen 2-5, gem. SIA LM 112

Ort

Wettingen, Kanton Aargau

Ausgangslage:

Im Jahr 2014 konnten erste Vorabklärungen der Machbarkeit für einen Ersatzbau der bestehenden Betonwerks getroffen werden. Nach der positiven Zusage der Gemeinde Wettingen zum Bau des neuen Betonwerks, wurden die weiteren Planungsphasen in Angriff genommen. Hauptgrund für den Ersatzneubau war das Alter und der Zustand der bestehenden Anlage.

Auftrag:

Gähler Partner wurde als Generalplaner für die Planung des gesamten Betonwerks in den Gewerken Architektur, Statik, Tiefbau sowie der Neukonzeption der Sanitär-, Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen beauftragt.

Projekt:

Im Oktober 2016 wurde der 21 Meter hohe Betonbau und die fünf 33 Meter hohen Silos nach elf Monaten Bauzeit fertiggestellt. Danach konnten die Einstellungen an der neuen, computer-gesteuerten Betonmischanlage vorgenommen werden. Das Werk hat ein grosses Lagervolumen. So fassen die Kies- und Sandsilos 800 Tonnen Material, die Bindemittelsilos 380 Tonnen. Jährlich produziert das Werk Beton für rund 100 Mehrfamilienhäuser. Das Betonwerk ist das erste der Schweiz mit einer Holzpelletheizanlage. Diese heizt im Winter das Gebäude und erwärmt die Zuschlagsstoffe des Betons. Das Schmutzwasser aus der Betonproduktion wird vollständig recycelt. Kies und Sand werden herausgefiltert und wiederverwendet, das ausgepresste Restwasser zurück in die Produktion eingespeist. Zusätzlich wurde ein 550'000 Liter fassendes Regenwasserbecken gebaut, welches unter anderem. für das Waschen der Betonmischwagen gebraucht wird.

Herausforderung:

Eine besondere Herausforderung stellten die Rahmenbedingungen des Firmengeländes dar. Aufgrund des Standorts in der Kiesgrube von Wettingen, waren zuerst baurechtliche Abklärungen von Notwendigkeit, ob ein neues Betonwerk an diesem Standort überhaupt bewilligungsfähig ist. Als eine grössere Herausforderung stellte sich die Energieerzeugung heraus. Zum einen musste Warmluft für die Erwärmung der Zuschlagstoffe des Betonwerks bereitgestellt werden, zum anderen war eine grössere Menge an Warmwasser für die Betonproduktion bei kühleren Aussentemperaturen nötig. In Vergangenheit war für die Produktion von Warmwasser und Warmluft in erster Linie ein Öltank zuständig. Diese Systeme waren auch auf dem Markt erhältlich, jedoch entschloss sich die Bauherrschaft auf eine regenerative Energieerzeugung umzustellen, so dass hier neue Lösungen gefunden werden mussten. Aufgrund der Platzverhältnisse im Gebäude wurde zur primären Energieerzeugung eine Pelletanlage eingebaut. Für die Erwärmung des Warmwassers für die Betonproduktion konnte ein passender Rohrbündelwärmetauscher installiert werden. Die Warmluftproduktion, die mit einem Druck von 7000Pa arbeitet, stellte in der Beschaffung eine Herausforderung dar. Dies konnte durch einen Sonderbau eines Lüftungsgeräteherstellers umgesetzt werden. Durch diese Massnahmen ist es Gähler Partner gelungen, der Bauherrschaft eine nachhaltige Betonproduktion zu ermöglichen.

Gebäudetechnik:

Die Leistungen durch Gähler Partner umfassten das Auslegen und die 3D Planung der Gebäudetechnik HLKS für die Anforderungen des Betonwerks und der Büroräumlichkeiten. Auf Seite der Sanitärplanung standen die Wasserversorgung und die Wasseraufbereitung des Betonwerks im Vordergrund. An den Waschplätzen der Betonmischwagen entsteht täglich eine grosse Menge an Betonschlamm. bei dem das Wasser dann herausgefiltert und wieder in den Kreislauf eingebracht wird.