Bauherrschaft Öffentlich Status Abgeschlossen Kompetenzen Architektur-und-Tragwerk Gebäudetechnik
Referenz

Bypass Thun Nord - Neubau Schmalganglager

Der auf dem Areal Schwäbis errichtete, multifunktionale Neubau mit Schmalganglager, Werkstätten und Büros ersetzt rückgebaute Militärgebäude, erfüllt moderne logistische und ökologische Anforderungen und dient als zukunftsweisendes Beispiel verdichteter Bauweise im Rahmen der zivilen Umnutzung des Waffenplatzes Thun

Bauherrschaft

armasuisse

Unsere Leistungen

Gesamtleitung und Generalplanerleistung (alle Gewerke), Phasen 3-5 gemäss SIA LM 112

Ort

Thun

Ausgangslage:

Das Areal Kleine Allmend (AKLA) gehört mehrheitlich dem VBS. Aufgrund des ESP Thun-Nord und des Baus des Autobahnzubringers Bypass Thun-Nord mussten mehrere Gebäude rückgebaut und ersetzt werden. Die AKLA wird langfristig für zivile Nutzung freigegeben. 2013 bewilligten die Eidgenössischen Räte einen Kredit von 29,9 Mio. Franken für den Neubau eines Logistikgebäudes im Areal Schwäbis. Es umfasst ein Schmalganglager, Instandhaltungs-Werkstätten und Büroarbeitsplätze. Das moderne Gebäude wurde im Oktober 2017 durch das Armeelogistikcenter Thun in Betrieb genommen.

Auftrag:

Bedürfnisse und Zweck
Mit dem Bau der Umfahrungsstrasse Thun-Nord und den neuen städtebaulichen Entwicklungsszenarien für die zentrumsnahmen Armeeareale wird sich eine verdichtete Bauweise bei künftigen Militärbauten durchsetzen. Flächige, eingeschossige Hallenbauten werden mehrgeschossigen, kompakten Bauten weichen, bei deren Planung übergeordnete als auch gebäudeinterne Abläufe sowie funktionale und ökonomische Aspekte in Einklang zu bringen sind.

Projekt:

Gebäude, Konstruktion und Nutzung
Das Schmalganglager mit Werkstätten und Büros ist der erste Neubau dieser Art auf dem Areal Schwäbis. Es ersetzt eine ehemalige Fahrzeughalle, da keine Freiflächen mehr vorhanden waren. Das Farbkonzept greift die Farbigkeit der denkmalgeschützten Alten Regie auf und interpretiert sie neu.

Die Nutzung bestimmt die funktionale Gliederung: Büros, Hallen, Hochregallager und Werkstätten sind nach betrieblichen Abläufen angeordnet. Die Konstruktion kombiniert Stahlbau für das Hochregallager und Stahlbeton für die übrigen Teile.

Das Gebäude vereint zwei unabhängige Nutzungen: Im Obergeschoss das technische Gebäudemanagement, im restlichen Teil die Logistik. Hier werden Truppen ausgerüstet, ähnlich wie früher im Zeughaus.

Das Hauptvolumen bildet das halbautomatisierte Paletten-Hochregallager. Im Erdgeschoss liegt die Logistikhalle für Kommissionierung und Materialumschlag, ergänzt durch Hallenbüros, Technikräume und Treppenanlagen. Im Obergeschoss befinden sich Werkstätten für Reparatur und Wartung von IT- und Elektrogeräten.

Die Metallfassade ist funktional und gestalterisch gegliedert: Sockel in rötlicher Farbe, darüber schwarze Faltbleche. Fensterbänder und Vordächer betonen die Horizontalität. Die Hochregallagerfassade ist hell und wird durch Vordächer und Fahnen akzentuiert.
 

Energie-Umwelt
Das Energiekonzept folgt dem MINERGIE-Standard, ohne Zertifizierung, da das gesamte Volumen nicht beheizt wird. Die Wärmeversorgung erfolgt über Heisswasser aus der Kehrichtverbrennungsanlage. Materialien sind erneuerbar und recyclierbar.

Auf dem 3’900 m² Dach wurde eine PV-Anlage mit 330 kWp installiert, Jahresertrag ca. 300’000 kWh. Strom wird vorwiegend selbst genutzt, Überschüsse ins Netz eingespeist. Alle Dächer sind extensiv begrünt und tragen zur Nachhaltigkeit bei.