23.03.2022

Neuer Auftrag für die RhB erfolgreich akquiriert: Teilerneuerung Versascatunnel Vom Bauprojekt bis zur Fertigstellung inkl. Bauleitung – ein Gemeinschaftsprojekt in einer IG mit dem Ingenieurbüro Widmer in Chur

Der Versascatunnel liegt auf der Albulalinie der Rhätischen Bahn und befindet sich ungefähr mittig auf der Strecke Sils – Solis. Er misst eine Gesamtlänge von 694 Metern und wurde mit einem für die Albulalinie typischen Hufeisenprofil erstellt. Der 115-jährige Tunnel liegt in unwegsamem Gelände und verläuft teilweise in einem Rutschhang. Er weist, neben einem unzureichenden Lichtraumprofil und ungenügenden Sicherheitsstandards, auf den letzten 20 Metern beim Portal Seite Solis schwere Schäden am Gewölbe auf. An das Portalbauwerk schliesst bergseitig eine knapp 30 m lange und 12 m hohe Stützmauer, talseitig eine rund acht Meter lange Flügelmauer an. Stützmauern, Portal und Tunnel sind mit Natursteinen verkleidet. Aufgrund der Lage auf der Albulalinie sind der Tunnel und die Stützmauer Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und stehen demzufolge unter Denkmalschutz.

Das Portalbauwerk und das Tunnelgewölbe werden vollständig rückgebaut und mit leicht vergrössertem Profil wieder neu erstellt, wobei der Abbruch und die Gewölbeaufweitung sowie die Ausbruchsicherung im Schutze eines Rohrschirms erfolgt. Das neue Gewölbe wird mit einer Regenschirmabdichtung und Gewölbedrainagen versehen und mittels einer bewehrten Innenschale aus Spritzbeton erstellt. Neu wird in das Profil eine Sohlplatte eingebaut. Um eine kontrollierte Aufnahme der Deformationen infolge Hangrutschung zu erzielen, wird das Gewölbe des Portal- und Tunnelneubaus in drei Segmente unterteilt, in eine Art "Büchsenmodell".

Aus geometrisch-gestalterischen Gründen (infolge Tunnelprofilaufweitung) muss die bergseitige Stützmauer komplett rückgebaut und erneuert werden. Dabei entsteht eine hohe Baugrubenwand, die mit bewehrtem Spritzbeton und ungespannten Ankern gesichert wird. Da die Mauerfundation tiefer als das Gleisbett liegt, wird gleisseitig als Schotterspriessung und als Baugrubensicherung eine rückverankernde Rühlwand erstellt. Zurzeit ist noch offen, ob eine Schwergewichtsmauer oder Winkelstützmauer realisiert wird. Ein geschlossener Schutztunnel, Stahlkonstruktion mit Holz verkleidet, ermöglicht die Erstellung der Stützmauer unter Bahnbetrieb.

Die Teilerneuerung erfolgt innert zwei Baujahren während rund 16 Monaten. Dabei wird das Gewölbe unter Bahnbetrieb resp. während Nachtzugspausen abgebrochen und erneuert, die Arbeiten im Sohlenbereich während einer 10-tägigen Totalsperre erstellt. Die Arbeiten an den Stützmauern erfolgen dank eines Schutztunnels hauptsächlich tagsüber.