Die Ingenieurgemeinschaft GILIG plante und überwachte im Auftrag der SBB das Gesamtprojekt von Vorprojekt bis Inbetriebnahme, wobei Gähler Partner für Tunnel, Ost und Bahnhof Twann verantwortlich war und der Projektperimeter um 2.9 km sowie Fahrleitungs- und Stellwerk- erneuerungen in La Neuville und Twann-Tüscherz erweitert wurde.
Referenz
Doppelspurausbau Tunnel Ligerz - Twann

Bauherrschaft
SBB Lausanne
Unsere Leistungen
Vorprojekt, Auflageprojekt, Bauprojekt, Submission, Ausführungsprojekt, Bauleitung
Ausgangslage:
Mit dem Doppelspurausbau Ligerz–Twann wird die letzte Einspurstrecke auf der Jurasüdfusslinie zwischen Lausanne und Biel beseitigt. Die neue Trasse führt über La Neuveville nach Twann und umfährt die Ortschaften Schafis, Ligerz und Bipschal mit einem Doppelspurtunnel. Im Zuge des Projektes werden auf der Seite La Neuveville Linienverbesserungen, auf der Seite Twann ein Doppelspurausbau und ein Neubau des Bahnhofes vorgenommen. Die Neubaustrecke wird damit rund 5 km lang. Mit dem Projekt soll nicht nur der Engpass beseitigt sondern auch die Situation in den betroffenen Dörfern verbessert werden (Reduktion der Lärmimmissionen und der visuellen Beeinträchtigung). Komplexe geologische Verhältnisse und schwierige Randbedingungen prägen das Projektgebiet: Landschaftsschutzzone von nationaler Bedeutung (BLN), Grundwasserschutzzone mit Trinkwasser-fassung, UNESCO-Schutzzone für Pfahlbausiedlungen, sehr enge Platzverhältnisse zwischen Jurahang und See, Konflikte mit der parallelen Kantons- und Nationalstrasse und Realisierung unter Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes.
Auftrag:
Das Projekt ist in vier Abschnitte unterteilt. Im Abschnitt West (0,40 km) erfolgt der Trassenausbau sowie der Bau der Unterführungen Poudeille und La Neuveville. Zudem entstehen ein neues Bahntechnikgebäude und ein gemeinsames Havariebecken mit dem Autobahntunnel N5. Der Autobahnanschluss der N5 wird umgebaut, einschließlich einer neuen Ausfahrtsbrücke mit einer Länge von 114 Metern. Darüber hinaus sind mehrere kleinere Kunstbauten (KUBA) vorgesehen.
Der Abschnitt Tunnel (2,17 km) umfasst den Voreinschnitt und den Tagbautunnel West sowie den bergmännischen Vortrieb (SPV) über eine Strecke von 1,8 km, wobei Karstformationen und Quellpotenziale berücksichtigt werden müssen. Zudem werden vier Fluchtwege (QV) mit integrierten Technikräumen zum bestehenden Sisto N5 angelegt. Weitere Maßnahmen umfassen die Querung eines bestehenden Frischluftstollens, den Gegenvortrieb mit Rohrschirm sowie den Voreinschnitt und den Tagbautunnel Ost.
Im Abschnitt Ost (0,34 km) wird die Kantonsstraße unterführt (PI Brunnmühle, 312 m). Zudem entstehen ein neues Bahntechnikgebäude und eine Seeschüttung mit Fangedamm aus rund 13.500 m³ Material als Basis für den Trassenausbau. Weiterhin wird eine pfahlfundierte feste Fahrbahn mit einer Länge von 228 Metern errichtet. Der Abschnitt beinhaltet außerdem den Trassenausbau sowie mehrere kleinere Kunstbauten
Der Abschnitt Twann (1,01 km) umfasst den Trassenausbau, den Bau der Unterführung Kleintwann sowie die Errichtung einer neuen Twannbachbrücke und einer Radwegbrücke. Zusätzlich wird eine neue Brücke über die ARA gebaut. Der Bahnhof Twann wird umgebaut und erhält eine neue Unterführung sowie ein neues Bahntechnikgebäude. Auch in diesem Abschnitt sind diverse kleinere Kunstbauten vorgesehen.